Rock’n’Roll im Klassenzimmer

Schule in den 1950er Jahren in Friesland
01. April – 31. Oktober 2015

Anpassung, Wirtschaftswunder und Aufbruch kennzeichnen die 1950er in der neu entstandenen Bundesrepublik. Das öffentliche Leben, Verwaltung, Justiz und auch der Bildungs- und Kulturbereich waren von dem Wunsch und der Sehnsucht nach einem Neunanfang geprägt, der die Schatten der Vergangenheit mehr verdrängte als aufarbeitete.

Auch die Schulen stellten sich diesem neuen, von Optimismus getragenen Geist, doch zeigt sich auch vielen Bereichen der Wunsch nach Beharrung. Das Schulwesen in Friesland stand vor großen Herausforderungen. Viele Familien trugen noch schwer an den Kriegsjahren. Väter waren gefallen oder noch in Kriegsgefangenschaft, Mütter mussten ihren Platz als Hausfrau finden und bei den älteren Kinder und Jugendlichen hatten die letzten Kriegsjahre und die Nachkriegszeit Spuren in den Seelen hinterlassen. Es galt nun auch endlich den vielen Flüchtlingsfamilien nach der schwierigen direkten Nachkriegszeit ihren Platz im gesellschaftlichen Leben einzuräumen.

Diese besonderen pädagogischen Herausforderungen mussten von einem Lehrerkollegium bewältigt werden, das neben Lehrern, die z.T. willfährig die Ideologie des Nationalsozialismus in den Schulen verkörpert haben und sich hiervon nur an der Oberfläche verabschiedet hatten, auch junge Lehrer und Lehrerinnen umfasste, die mit großem Engagement demokratische Grundsätze in den Unterricht einbringen und – wie in einem Zeitsprung – die Gedanken der Reformpädagogik wiederbeleben wollten.

Wie sich diese Zeit in Friesland der Schulalltag gestaltete, soll im Mittelpunkt der neuen Ausstellung im Nordwestdeutschen Schulmuseum Zetel-Bohlenbergerfeld stehen.

Einblick in die 50er-Jahre-Ausstellung

Einblick in die 50er-Jahre-Ausstellung